Sydney

Eine kurze Warnung vorab, dieser Beitrag ist eher länger geraten und mit vielen Fotos, also braucht man auch ein wenig Zeit dafür.

Nach der reibungslosen Rückgabe unserer Patsy war ich sehr glücklich von nun an mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, so habe ich unsere erste Bus- und Zugfahrt in Sydney richtig genossen. Der nächste Programmpunkt war vorbereitend auf den nächsten Tag an dem Alina Geburtstag hatte. Daher sind wir in das Buchgeschäft mit den klingenden Namen „Better Read than Dead“ gegangen, dort habe ich ganz uneigennützig einen Reiseführer für Vietnam erstanden und diesen in einer stilvollen braunen Papiertüte als Geburtstagsgeschenk deklariert. Von dort ging es zu „Moo Gourmet Burger“, der Laden ist uns am Weg ins Auge gesprungen weshalb wir genüsslich einen normalen und einen blauen Burger verdrückten.

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Bevor wir zurück ins Hotel sind stand noch der Chinese Garden of Friendship am Programm, eine Gartenanlage die zum 200 Jahr Jubiläum der europäischen Besiedlung Australiens von China errichtet wurde. Sydney hat mit ~8% chinesischstämmiger Bevölkerung auch einen sehr hohen Anteil an der australisch chinesischen Bevölkerung, somit spielt China seit vielen Jahren eine wichtige Rolle als Wirtschaftspartner.

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Von dort mussten wir noch am Pumphouse vorbei und das ist mir leider nicht gelungen, da es sich hierbei um eine Craft Bier Bar handelt musste ich noch ein Bierchen der kleinen Brauerei „Little Henry“ kosten bevor wir uns nach einem langen Tag ins Hotel zurückgezogen haben.

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Interessante Randnotiz, an allen Ecken und Enden war Mardi Gras noch präsent, das am Tag zuvor in Sydney zu Ende gegangene Festival hat 3 Wochen gedauert und seine Spuren mit Konfetti, Spezialangeboten und bunten Bemalungen hinterlassen.

Der nächste Tag stand unter Alina’s Stern, sie hatte nämlich Geburtstag und dafür haben wir uns ein hübsches gemütliches Programm zurechtgelegt. Begonnen hat es mit dem gemütlichen Frühstück im Hotel nach ausreichendem Ausschlafen im Federbett, nach 33 Nächten in Patsy doch auch schon ein gewisser Luxus. Nach dem Frühstück ging es durch den Hyde Park, der allerdings mit seinem Namensvetter nicht ganz mithalten kann (ca. ein Sechstel der Größe), zur Saint Mary’s Cathedral, die katholische Kathedrale in Sydney, sehr hübsch anzusehen.

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Gleich um die Ecke war der Royal Botanic Garden zu finden, in dem wir eine Führung genossen haben. Diese werden von Freiwilligen kostenfrei durchgeführt, in unserem Fall hatten wir Glück und Linda, eine Pensionistin, die nicht nur begeistert von Pflanzen ist sondern auch noch viel weiß, hat eine super Führung gemacht. Zu Alinas Geburtstag hat sogar eine seltene große Eule (Powerful Owl) vorbei geschaut.

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Von hier ging es dann gleich weiter in Bodhis Vegan Restaurant, ein super Restaurant das zu Mittag eine interessante Buffet Variation hat: die KellnerInnen kommen mit kleinen Portionen vorbei und man nimmt das oder die hübschesten Tellerchen. Das birgt die Gefahr bei notorisch gierigen Menschen wie mir, dass man schnell viele leere Teller am Tisch ansammelt.

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In jedem Fall sind wir dann frisch gestärkt weiter zur Oper gezogen und haben eine bereits vorausgebuchte Opernführung gemacht, durchaus interessant und eine gute Einstimmung auf den Abend, denn dafür haben wir Opernkarten gehabt.

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Doch zuvor hat mir Alina eröffnet, dass sie meine Garderobe für nicht opernadäquat hält. Dies hat mich dazu bewogen in einer Shoppingorgie diesen Umstand zu ändern. Nach der Beseitigung selbigens konnten wir entspannt in der Opernbar unser Abendessen genießen um zeitgerecht zum Perlenfischer (Bizet) an unseren Plätzen zu sein.

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Die Oper war super, ich hatte sie noch nie gesehen und war bis zur Pause einigermaßen zufrieden, auch wenn einer der Sänger meinem Verständnis nach echt schlecht war. Das war auch Alina aufgefallen und fast allen anderen Besuchern die wir in der Pause belauscht haben. Somit kann ich mir doch nichts auf meine Fachkenntnis einbilden. In der Pause hatten wir dann noch ein Gläschen Rotwein auf Christians Wohl getrunken, an den ich an diesem Abend oft denken musste (wir freuen uns schon auf einen gemeinsamen Opernbesuch). Der dritte Akt nach der Pause begann mit der Ankündigung, dass besagter Sänger beim Arzt ist und ein Ersatz gefunden wurde. Somit war auch dieses Misterium gelöst, leider hatte auch der Ersatz anfangs noch Problemchen, fand sich aber bald ein und sorgte für einen versöhnlichen Abschluss. Das erste Duett der beiden Jungs für welches die Oper berühmt wurde musste ich allerdings auf Konserve im Hotel nachholen.

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Der nächtliche Spaziergang zurück ins Hotel war ein schöner Abschluss für diesen Ehrentag.

Am nächsten Morgen machten wir bei einer Free Walking Tour mit. Justine, die Besitzerin der Agentur, war unsere Führerin, sie betreibt seit sieben Jahren diese auf Trinkgeldbasis beruhenden Touren. Wir haben in kurzer Zeit viel von der Stadt gesehen, hatten jedoch den Eindruck, das die Gruppengröße von fast 70 Leuten und die Routine, die sie an den Tag legte sowie die Informationen, die wir erhielten besser sein konnten. Aber, dass die Begeisterung nach sieben Jahren und 2 Touren pro Tag langsam nachlässt ist verständlich. Viel hatten wir vorab auch schon gelesen, trotzdem ein super Weg um schnell einen Überblick zu erhalten. Die Stationen gingen vom Victoriabuilding, einem noblen Einkaufszentrum, über die Maquire Street, welche vom gleichnamigen Gouverneur geplant wurde, über Martin Place, eine eigenartige Fußgängerzone mit sehr wenigen Geschäften aber vielen wichtigen Gebäuden, zur Mint, die erste englische Münze außerhalb Großbritanniens, die ursprünglich als Spital aus privaten Mitteln gebaut wurde, im Gegenzug erhielten die Erbauer das Rummonopol. Von dort ging es zum Sydney Hospital, vor dem eine bronzene Wildschweinstatue steht, „Il Porcellino“, dessen Nase zu reiben Glück bringt.

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Außerdem sind wir an einigen Kunstprojekten vorbei gekommen.

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Interessant war auch die Geschichte mit dem australischen Osterhasen, einige Konditoreien bieten Bilbys statt Osterhase an. Das ist ein nachtaktives Beuteltier mit riesigen Ohren, ganz so speziell erscheint mir das dann doch nicht, zumal wir in den Blue Mountains sogar ein Schokoladewombat mit bunten Eiern gesehen haben ;). Der nächste Stopp war nun wirklich ein Geheimtipp, im Customs Office gibt es unter dem Boden ein 3D Modell der Stadt, über dem man auf dem Glasboden spazieren kann. Circular Quay der eigentlich nur Semicircular ist und auch mal so hieß war unser nächster Stopp, hier legen dann auch immer die großen Kreuzfahrtschiffe an, wir haben die Queen Mary bewundern dürfen. In The Rock, dem Bezirk in dem die Strafgefangenen zunächst wohnten, ging die Führung dann mit einem schönen Blick auf die Harbour Bridge zu Ende.

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Am Weg ins Hotel kamen wir noch an den ganzen Outdoorgeschäften vorbei und erbettelten eine Schachtel mit der wir unsere gesamte Campingausrüstung wieder nach Wien verschiffen können, denn wir haben uns entschieden in den drei Wochen Japan nicht mehr zu campen und in Südostasien ist ohnehin Camping nicht sinnvoll. Der nächste und vorletzte Programmpunkt war der Sydney Tower, das höchste Gebäude Sydneys, welches diesen Status auch gesetzlich verankert hat. Hier haben wir eine Tour gebucht die es uns erlaubt ganz oben auf der Außenseite einmal um den Turm zu spazieren, dafür musste man spezielle Anzüge tragen und wurde in einem Klettergurt fix an einer Schiene angebunden. Fotoapparate waren untersagt um nicht hinunter zu fallen, trotzdem war es ein tolles Erlebnis genau zur Dämmerung diesen Spaziergang zu machen. Vorab musste man noch einen 5 Minuten langen 4D Film, der in keinem Zusammenhang zum Tower steht, über sich ergehen lassen, die 4te Dimension war übrigens Wasser, mit dem man bespritzt wurde. Die normale Aussichtsterrasse bot dann aber doch noch die Möglichkeit hübsche Fotos von Sydney zu machen.

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Zum Abendessen sind wir dann noch zu Mother Chu’s Vegetarian Kitchen gegangen, da unser Hotel in China Town liegt war es die nächste Möglichkeit für ausgezeichnete vegetarische Gerichte, die ich so vorher noch nie gegessen hatte.

Der nächste Morgen begann entspannt mit Frühstück im Central Baking Depot, eine alte Bäckerei die vor 5 Jahren, nachdem sie lange geschlossen war, wieder revitalisierten wurde, wobei viel alte Utensilien und Einrichtungsgegenstände behalten wurden. Das Frühstück von Alina war nicht super aber meine Brownies und Muffins waren ausgezeichnet. Von hier ging es in den Sydney Wild Life Zoo in dem ich noch ein Date mit einem Wombat hatte. Wombats sind ja nachtaktiv, dafür sind sie tagsüber an eleganten Schlafpositionen kaum zu übertreffen.

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Dieser zentral gelegene Zoo hat sich auf die Tiere Australiens spezialisiert und zeigt auf kleinen Raum doch einiges her.

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Zur Fütterung bewegte sich dann sogar der nachtaktive Wombat und bei der Vorstellung der Tiere durften wir sogar einen Quoka streicheln, nett wie er in seinem Ersatzbeutel präsentiert wurde.

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Von hier ging es weiter zu Madame Tussaud’s, die ich mir nie anschauen würde wenn sie nicht aufgrund eines Kombitickets kostenfrei wäre und im selben Gebäude wie der Zoo zu finden ist. Interessant zu sehen, welche Politiker für Australien relevant sind (Hu Jintao), sonst fanden sich viele Gesichter die ich nicht kannte und mir Alina anschließend in stundenlangen Youtube Sessions näher bringen musste. Ach ja und Bruce Willis ist ja ziemlich klein ;).

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Am Nachmittag des selben Tages war mein Sydney Highlight, ich hatte einen „freien“ Nachmittag und habe diesen mit Dave’s Brewery Tours gefüllt. Wir waren eine angenehme kleine Gruppe, Vincent aus Belgien und Alex unser Tour Guide. Die erste Brauerei war The Rocks Brewery, die ihr erstes Pub im gleichnamigen Viertel hatte, eine durchaus schon recht große Craft Brewery die mehrere Pubs hat und an einige andere liefert. Neben der Führung mussten wir natürlich auch die Produkte verkosten, einige davon richtig interessant wobei für mich kein wow Bier dabei war.

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Die zweite Brauerei war Willie the Boatman, diese war mehr nach meinem Geschmack. Der Besitzer war Techniker und hat aus lauter gebrauchten Teilen eine Brauerei gebaut, zu fast jedem Gerät kennt er die Geschichte wo es früher im Einsatz war und was er machen musste um es zu adaptieren. Er braut auch nur 1000 Liter und das 4 mal die Woche wenn es viel ist. Die Biere waren ganz besonders, wir hatten das Glück noch Reste vom kürzlich gefeierten ersten Geburtstagsbier zu verkosten. Das war genial, es wurde Champagnerbier genannt, aber nur aufgrund der später durchgeführten zweiten Vergährung mit Weinhefen, ganz tolles Teil, leider habe ich kein genaueres Rezept dafür bekommen.

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Der letzte Stopp auf dieser Tour war ein Craft Bier Pub, Royal Albert Hotel, das war dann nichts besonderes. Alles in allem war ich doch sehr froh die Tour gemacht zu haben, zumal ich das erste Mal mit einem Audi SUV herum kutschiert wurde. Abends sind wir dann wieder in unser Stammlokal Mother Chu’s Vegetarian Kitchen eingefallen bevor es früh ins Bett ging, da ich in Vorbereitung auf den Tokyo Fisch Markt am nächsten Morgen eine Führung am Sydney Fish Market gebucht hatte.

Diese führte uns zum Verkaufsbereich, der echt spannend war, hier wird nach dem holländischen System für Tulpenverkauf der Preis bestimmt, die Versteigerung beginnt jeden Tag um 04:00 Uhr und bis ca. 10:00 Uhr ist der ganze Fisch verkauft. Für den größten Fischmarkt der südlichen Hemisphäre ;) ist das angeblich ganz toll. Bin schon gespannt wie sie das in Tokyo regeln. Dann konnten wir mit dem Führer im Verkaufsbereich viele verschiedenen Fische bewundern, die meisten hatte ich noch nie gesehen. Der letzte Programmpunkt war der öffentliche Verkaufsbereich in dem wir noch einiges über die Preise und Qualität lernten. Irgendwie machte uns aber dieser industrielle Umgang mit Lebewesen auch ein wenig traurig.

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Deshalb ging es zum Ausgleich anschließend ins Sydney Aquarium in dem wir einige der vorher gesehenen Fische noch lebendig sahen und das in signifikant größeren Aquarien als in vielen anderen Zoos. Besonders waren auch 2 Dugongs, das sind Verwandte der Seekuh, sehr elegante Schwimmer die in ihrer natürlichen Umgebung grasen und deshalb hier von 07:00 bis 19:00 Uhr alle 15 Minuten mit Salatblätter gefüttert werden.

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Wieder im Hotel angekommen hieß es die Campingausrüstung sauber zu packen und unser Paket nach Wien zu schicken. Nachdem wir alle Informationen hatten und den Preis erfahren haben waren wir unsicher ob es nicht einfacher wäre es mal schnell persönlich nach Wien zu fliegen. Mal sehen ob es wirklich in 2-3 Monaten ankommt. Nach diesem Erlebnis mit der australischen Post sind wir noch auf den Chinese Night Market gegangen der immer Freitags gleich neben unserem Hotel stattfindet. Ironischerweise haben wir dann japanische Pancakes mit Grüntee, Bohnen und Vanille sowie Sticky Rice mit Erdnüssen gegessen.

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Da ich Märkten immer sehr zugetan bin, vor allem den Lebensmittelmärkten, sind wir am Samstag in der früh gleich zum Everleigh Farmers Market gefahren, hier werden lokale und biologische Lebensmittel jeden Samstag Vormittag angeboten, dazu gibt es ausreichend Möglichkeiten zu Frühstücken, was wir vorbildlich erledigt haben. Am Nachmittag ging es dann zum Olympiastadion, vorbei an einer temporären Thailand Ausstellung, bei der Alina die große Sehnsucht nicht mehr bremsen konnte und gleich was gegessen hat.

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Die Anreise zum Olympiapark gestalteten wir per Fähre, das wurde uns als perfekte Möglichkeit angepriesen die Vorstadt von Sydney zu erkunden, es war auch faszinierend zu sehen wieviel Segelsport im Hafen von Sydney betrieben wird, da muss der Neusiedlersee noch kräftig nachholen.

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Von dort ging es zu Fuß zum Brick Pitt, einer ehemaligen Ziegelfabrik, die zu einem Kunstwerk umgestaltet wurde, leider war sie geschlossen. Also ging es direkt weiter zum Rugby Match, letztendlich habe ich es doch noch geschafft auf der südlichen Hemisphäre ein Rugby Match zu sehen.

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Es handelte sich um das Spiel der South Sydney Rabbitohs gegen die Newcastle Knights, Sydney hat in den letzten 28 Jahren immerhin 4 mal gewonnen also sprach alles für die Heimmannschaft, die aktuell in der Tabelle nach der ersten Runde auch in Führung liegt ;). Am Ende fegten die Hasen aber die Ritter unerwartet 48:6 von Platz. Das Spiel war super, leider gingen die nicht ganz 14000 Zuseher im 85000 Zuseher fassenden Stadion etwas unter, wobei die Stimmung der Anwesenden hervorragend war, ein paar Fans haben uns in der zweiten Halbzeit sogar eine Flasche Wein geschenkt mit passenden Gläsern. Außerdem habe ich mir auch ein neues Fan T-Shirt mit Häschen gekauft. Auch die Videoinstallationen bei Trys und Toren waren super lustig, es ist nicht leicht ein Häschen aggressiv aussehen zu lassen … wir mussten echt viel lachen.

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Der Rückweg mit Bus und Zug war dann doch um einiges schneller, bei unserer Ankunft hat noch ein Straßenkünstler an aufgehängten Flaschen mit unterschiedlichen Füllständen Xylophon gespielt, ein schöner Ausklang für einen perfekten Samstag.

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Am letzten vollen Tag wollte Alina noch ihre Chance wahrnehmen doch auch noch einen Lyerbird zu sehen. Das wurde uns im riesigen Taronga Zoo versprochen, also haben wir erneut die Fähre an der Oper vorbei genommen und sind in den 100 Jahre alten Zoo gefahren, leider ist uns trotz intensiver Suche der Vogel entwischt, der Zoo hat nämlich viele Bereiche in denen man eine Unmenge an Tieren gemeinsam sehen kann, dafür gibt es aber auch ausreichend Rückzugsorte für die Tiere, welche der Lyerbird offensichtlich genutzt hat. Nach einem halben Tag in besagtem Zoo in dem wir uns mit Wombat und rotem Panda über den Lyerbird hinweg getröstet haben sind wir dann wieder zurück ins Hotel zum Packen und der Einnahme unseres letzten Abendmahls in Sydney.

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Den Montagmorgen sagten wir Australien fürs erste Lebewohl und es ging entspannt mit dem Zug zum Flughafen.

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