Wollongong

Eigentlich wäre ja der zweite Klettertag geplant gewesen, das Wetter hatte jedoch Erbarmen mit mir und meiner beweinenswerten Form, dementsprechend hat es in Strömen geregnet und mir damit eine weitere Niederlage erspart. Es war eigentlich unser erster richtiger Regentag am Hauptkontinent, somit fügten wir uns in unser Schicksal und gingen mal gemütlich frühstücken bevor wir uns auf den Weg nach Norden machten. Bei der Fahrt aus Nowra haben wir noch einen kleinen Spaziergang im Bomaderry Creek gemacht. Super nette kleine Schlucht am Ortsausgang von Nowra mit einem Wanderweg der auf beiden Seiten entlang führt, trotz des zeitweiligen Regens sehr lohnend.

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Danach war unser erster Stopp am frühen Nachmittag Kiama, das weltberühmt für sein Blowhole ist, eine Höhle auf Meeresniveau deren Decke eingestürzt ist und wo bei jeder Welle mehr oder weniger Wasser herausgeschleudert wird. Diese Fontänen können angeblich bis zu 60 Meter hoch werden, wir haben jedoch nicht viel mehr als 10-15 m gesehen. Die Stimmung war aber sehr spannend, die Wolken und die raue See ergaben hübsche Fotos.

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Auf dem Sportplatz gab es am Nachmittag auch noch ein Rugby Match zu bewundern, nicht ganz auf Weltmeisterniveau aber doch spannend anzusehen. Nachdem die Jungs fertig waren spielten auch noch die Mädchen.

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Da wollten wir aber schon weiter um auch noch die Ilawara Brewery vor Einbruch der Dunkelheit zu sehen, denn Fahren im Dunkeln ist keine gute Idee, da sehr viele Tiere unterwegs sind und am Straßenrand ohnehin schon genug tote Tiere liegen. Die Brauerei war im geschlossen Entertainment Center von Wollongong beheimatet und versuchte schick zu sein, was ihr trotz der super Location mit Meeresblick leider nicht gelungen ist, ein Beispiel wie ich es nicht machen würde. Sie hatten allerdings ein super Poster zum Thema Alkohol am Steuer.

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Das Bier war aber vorzüglich und somit ging es dann zu unserem Nachtquartier, denn am nächsten Morgen wollten wir früh aufstehen. Der Grund dafür ist Teil zwei unserer Laufmission, wir wollten ja auch in Australien einen Lauf machen. So richtig geht das derzeit ja nicht, da ich noch immer nicht laufen kann und Alina um jeden Sonnenstrahl einen Bogen machen muss. In der Situation haben wir nochmals geschaut ob sich das theoretisch doch noch machen ließe und wir wurden fündig.
Es gab an Sonntag einen „Alzheimer’s Australia Memory Walk & Jog – The Race against Dementia“, eine Benefizveranstaltung bei der man den Strand entlang insgesamt 6,5 km gehend oder laufend hinter sich bringt.
Das war genau das Richtige für uns, die Idee damit was Gutes zu tun und die Demenzforschung zu unterstützen lag mir auch sehr nahe da meine Großmutter in ihren letzten Jahren daran litt.
Somit haben wir mehr gehend aber doch ab und zu laufend diese Strecke in phänomenalen 52 Minuten für einen guten Zweck hinter uns gebracht. Ich lief zwar wieder in den Farben des ULT, hoffe jedoch, dass Wolfgang nicht mehr mitliest und im anderen Fall mir diese Blasphemie verzeiht, einen Rennbericht gibt es sicherheitshalber nicht.

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Anschließend ging es auf dem Grand Pacific Drive, die Straßennamen sind hier schon genial, wieder nach Süden in den Budderoo Nationalpark wo wir im Minnamurra Rainforest noch einen Regenwaldspaziergang machten.

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Dann fuhren wir noch bis Jamberoo, einer netten kleinen Gemeinde, die beim Sportplatz einige freie Campingplätze hat, sehr feiner Platz. Dort haben wir nicht mehr viel gemacht und sind bald gemütlich eingeschlafen.

Der nächste Tag brachte uns eine neue Perspektive auf den Regenwald, wir haben nämlich einen Treetop Walk gebucht, und sahen damit den Regenwald aus der Perspektive der Baumwipfel. Hier wurde im Nationalpark eine Stahlkonstruktion gebaut, mit einem 45 Meter hohen Turm in der Mitte, von wo man tolle Blicke auf die Umgebung genießen kann sowie den Lebensraum Regenwald aus einem neuen Blickwinkel sieht.

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Am Weg zurück sind wir noch über den bekanntesten Aussichtsberg, Saddleback Mountain, gefahren. Leider war das Wetter wie in einem Regenwald zu erwarten leicht regnerisch und somit war die Aussicht mitten in den Wolken etwas getrübt.

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Vom Saddleback Mountain ging es weiter zum Little Blowhole, der kleinen Schwester des bereits besuchten Blowholes, dieses war aufgrund der Geräusche die es von sich gab fast noch eindrucksvoller, die Fontaine hingegen war doch viel kleiner.

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Das letzte Highlight das Kiama zu bieten hatte war Cathedral Rock, eine Felsformation im Meer die sehr toll sein soll. Wir wollten euch diese nicht vorenthalten, verglichen mit dem bisherigen Programm haben wir so etwas aber schon einige Male gesehen.

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Von hier haben wir aufgrund meiner großen Enttäuschung beim Klettern den Plan gefasst dem Rupert Recht zu geben und Klettern nur noch in der Halle zu machen. Also sind wir in die Halle von Wollongong „Hangdog climbing“ gefahren und haben uns 3 Stunden vergnügt. Das Tolle daran ist, dass sogar Alina voll motiviert dabei war. Wenn wir das durchhalten wäre das super, dann kann ich bald was von Alina lernen, sie ist 12 Routen gekettet (8,9,11,12,13,14,15,14,13,12,11,9). Die Halle war zwar nur 10 Meter hoch aber brav waren wir trotzdem. Das Klettern war nur top rope möglich, aber damit wurde sogar ich wieder mutiger und habe mich fast an eine 6b getraut. Ein sehr schöner Nachmittag, das machen wir sicher bald mal wieder.

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Dann ging es nur noch zum Essen und Schlafen ins Bargo Pub, eine sehr nette Idee, im Pub von Bargo erlauben sie den Campern im Garten zu parken. Trotz der aktuellen Renovierung der Küche konnten wir uns den Bauch voll schlagen und sowohl den Lazy als auch den Fat Yak kosten.

2 Gedanken zu „Wollongong“

  1. So, jetzt schreib ich aber endlich auch wieder mal was rein in Euer Blog!
    Meine weltmeisterliche Faulheit erlaubte es mir bislang meist gerade mal, die Story zu lesen – dann war jedoch jedesmal gleich wieder ein dringendes Verdauungs- oder ähnliches Schläfchen nötig. Ich bewundere vorbehaltlos Eure Energie, Euch nicht nur durch die unwegsamsten und feindseligsten Landschaften zu kämpfen, sondern dabei auch noch vorzüglichstes Bildwerk zu produzieren, und das dann auch noch so geschmackvoll präsentiert mit den mitreissenden Beschreibungen Eurer Heldentaten in den Blog zu stellen! Wir hingegen ergehen uns im Liegen am Strand, Liegen im Wasser, Liegen im Bett – und zwischendurch ein bisschen Sitzen (meist zum Essen, aber nicht ausschliesslich).
    Das mit dem Routen Einhängen läuft somit immer mehr Gefahr, ein fragliches Unterfangen werden – eventuell werden wir einen der local heroes anwinseln müssen, uns das eine oder andere Toprope mitreinzuklinken ;-)
    Alles Gute dem Gebein – möge es die Marathons bald wieder in Bestzeit laufen!
    Hugs,
    Ruppl

    1. Das liegen und sitzen schreiben wir einfach nicht rein, dafür das essen und trinken um so ausführlicher, das können wir in Kalymnos ja dann perfektionieren ;)
      genießt euren Urlaub noch!

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