Tandem & Co

Alina meinte wir sollten mal wieder was gemeinsam machen, nämlich radfahren, da sie aber kurz vor dem Urlaub beim einzigen Versuch das noch schnell zu lernen durch eine Verletzung vom Plan wieder abgekommen ist blieb nur ein Tandem als Möglichkeit über. Nachdem wir beim Abholen des Tandems schon die ersten Meter gewackelt sind sollte am Morgen das wahre Abenteuer kommen, wir wollten einen Teil des Murray to the Mountains Rail Trail machen, eine aufgelassene Eisenbahnstrecke die als Fahrradweg frisch asphaltiert wurde. Hier starteten wir gegen 07:30 noch gut verpackt, denn es hatte gefühlte minus Grade, von Bright in Richtung Myrtelford. In der Früh war das Licht traumhaft und die Landschaft präsentierte sich von ihrer Zuckerseite.

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Nach 9:00 Uhr wurde es aber schon richtig warm und wir mussten zunehmende mehr Pausen einlegen. In Myrtelford gönnten wir uns dann ein zweites Frühstück und genossen die bequemen Sessel, wenn man so wie wir nie auf dem Fahrrad unterwegs ist spürt man nämlich schnell die ersten Kilometer.
Der Rückweg entwickelte sich dann zum Waterloo für Alina, die Hitze und ungewohnte Anstrengung machten das Vorwärtskommen immer schwieriger. Also beschlossen wir uns zu trennen und Alina ein Pause im Schatten zu gönnen. Ich fuhr in der Zwischenzeit mit dem Rad zu unserem Vermieter und spazierte zum Auto um Alina nach einer langen Pause abzuholen.
Dann führte uns der Weg zurück in die Stadt an einer Berry Farm vorbei, die frisches Sorbett anbot, das erschien uns adäquate Medizin für Alina und so genossen wir im Schatten alter Bäume unsere Belohnung.

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Da wir gerade beim Belohnen waren schlossen wir noch eine Brauereiführung in der bereits bekannten Bright Brewery an, diese werden nämlich nur Freitags angeboten und durch ein Tasting Paddle würdevoll beendet, so nahm der Tag (zumindest für mich) doch ein gutes Ende.

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Am nächsten Tag wollten wir ursprünglich nicht weit fahren, da unsere Sitzknochen und das darüberliegende Gewebe noch leicht unentspannt waren, also lautete der Plan Mt. Buffalo mit dem Auto zu befahren und dann die kurze Strecke von Bright nach Albury zu fahren.

Mt. Buffalo ist der Hausberg von Bright und wurde uns von unserer Gastgeberin sehr ans Herz gelegt. Es ist ein großer Granitberg, der ganz alleine steht und eine große Hochebene mit vielen Gipfeln hat, diese ist auch ein Nationalpark und daher nur wenig erschlossen. Die Straße geht jedoch wie üblich bis wenige Meter unter den Gipfel und ein super Weg führt die letzten Meter hinauf. Den machte ich allerdings alleine da um 9:30 die Sonne einfach schon zu stark für Alina war, zumal ihr der Vortag noch in den Knochen steckte.

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In Albury angelangt erfuhren wir, dass die über 400 km Radwege die lokale Hauptattraktion ist. Da haben wir schnell Einigkeit erzielt gleich so weit wie möglich weg zu fahren. Damit stand das nächste Ziel fest, der Kosciuszko National Park mit dem darin befindlichen Mount Kosciuszko, seines Zeichens der höchste Berg des australischen Festlandes, mit 2228m allerdings kein riesiger Berg. Trotzdem wollte ich natürlich unbedingt rauf, zumal die Wanderung, wenn man sie so nennen will, sehr einfach sein sollte und kaum Höhenmeter zurückzulegen sind. Also ging es am nächsten Tag früh morgens los, die Morgenstimmung am Campingplatz war genial, wir wollten trotzdem früh los um nicht in die Mittagshitze zu kommen.
Mit dem Auto sind wir bis zum Charlotte Pass gefahren, von dort nahm ich dann alleine den Aufstieg an einer gepflasterten Straße vor. Bis zum Gipfel verläuft durchgehend eine Straße auf der Service LKWs problemlos fahren können, also sportlich keine große Leistung, landschaftlich war die Wanderung auch eher eintönig, ähnlich den bekannten Hochplateaus, Wiesen, Seen und Bäche. Alles sehr schön aber ich war recht froh noch am Vormittag bei langsam stärker werdender Sonne wieder zurück zu sein. Der Fuß war in meinen neu erstandenen Bergschuhen fest eingeschnürt und hat auf der Straße keine Probleme gemacht, wobei nach wie vor nicht an höhere Belastung zu denken ist.

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Für den Nachmittag haben wir dann in Jindabyne einen Campingplatz aufgesucht und einen Plan geschmiedet, der uns so weit wie möglich aus der Sonne hält und doch noch ein wenig Australien zeigt. Die letzten Tage haben klar gezeigt, das Alina derzeit mit der Sonne einfach nicht zurecht kommt und zwischen 10:00 und 18:00 Uhr auch wenige Minuten Sonne Übelkeit auslösen. Daher spezialisieren wir uns jetzt auf Speläologie und die Erforschung der lokalen Braukunst ;).
Wie auf Befehl kamen zur Dämmerung auch die Kängurus wieder raus, Alina hat sie minder erfolgreich versucht zu trainieren.

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3 Gedanken zu „Tandem & Co“

  1. Hi ihr beiden,

    sehr cool, den gleichen Tag aus beiden Perspektiven lesen zu können.
    @Alina: Natürlich hat Markus Dich abgeholt!
    @Markus: Gut, dass Du der Versuchung mit dem Tasting widerstanden hast!
    ;-)

    Ansonsten lesen wir hier gerne und regelmäßig mit. Auch wenn wir Speläologie nachschlagen mussten, den Hinweis auf den Centenary Tower nur mit Mühe ignoriert haben, die Masse an Fotos von Kuchen und anderen Süßigkeiten mit noch mehr Mühe nicht als Anlass für einen Fress-Rausch genommen haben und Euer Bierkonsum dem unseren noch ein wenig (aber nicht viel) nachsteht – es macht Spaß Euren Erlebnissen zu folgen und daran teilhaben zu können. Danke dafür!

    Viele Grüße aus Köln,
    Meike und Jens

    PS: Fahren vielleicht nach Aberdeen zur AGM 2016 – „Handwerksbier für die Menschen“ sage ich nur!

    PPS: Der Bier-Foto-Anteil steigt!

    PPPS: Der Wombat/Känguruh/Koala-Foto-Anteil auch!

    PPPPS: Beides finden wir gut! ;-)

    1. Das PS ist ganz an mit vorbei gegangen, erst beim zweiten lesen … super da Wunsch ich euch viel Spaß 2017 bin ich sicher auch dabei ;).

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