Abel Tasman Coast Track

Nachdem wir gestern einen gemütlichen Tag mit ein wenig klettern, Strand und dem letzten gemeinsamen Abendmahl mit Roland und Fredi in Neuseeland verbracht haben begann heute das erste mehrtägige Wanderabenteuer. Nachdem wir noch gemütlich gefrühstückt hatten und anschließend das Gas unseres Autos auffüllen ließen hat uns Roland noch auf ein zweites Frühstück eingeladen. Somit war der Einstieg in die Wanderung dann erst am frühen Nachmittag möglich. Zu viert sind wir aufgebrochen um gemeinsam die erste Etappe der Wanderung in Angriff zu nehmen. Nach einigen schönen Fotos nahe des ersten Gipfels haben wir uns endgültig verabschiedet und Fredi und Roland sind Richtung Havelock zu einer Bootsfahrt aufgebrochen während wir nun alleine die nächsten Tage den Abel Tasman Coast Track machen wollen.

Tag 1 – 15km – 500hm – 5h
Wir starteten in der Wainui Bay und wanderten über Separation Point, Whariwharangi Bay und Mutton Cove zu unserem Zeltplatz in der Anapai Bay. Leider ist Alina nicht 100%ig fit dementsprechend ist das Unterfangen für sie noch schwieriger. Die Wanderung selbst war landschaftlich traumhaft, die Wege wie schon gewohnt vom DOC in bestem Zustand und die Mischung aus Meer, Strand und Urwald war sehr kurzweilig. Kurz nachdem wir das Zelt aufgebaut haben kam auch schon der erste Besucher vorbei, ein Weka, ein Vogel der einem Kiwi nicht ganz unähnlich sieht, jedoch einen deutlich kürzeren Schnabel hat und tagaktiv ist. Diese Gesellen haben gelernt mit den Menschen in ihrem Umfeld zu leben indem sie ihnen alles essbare klauen das nicht gut verpackt ist. Alina hat zu Mittag bereits um ihren Müsliriegel kämpfen müssen und hier waren sie sogar im Team unterwegs. Diese Vögel sollten uns die nächsten Tage immer wieder begegnen.
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Tag 2 – 21km – 500hm – 8h
Der zweite Tag war schon wesentlich härter, die Schmerzen des ersten Tages saßen uns noch in den Knochen und damit war heute jeder Schritt doppelt so schwer. Die Route führte uns über Totaranui, Waiharakeke Bay, Awaroa, wo wir die Ebbe abwarten mussten um die Bucht zu über queren, Onetahuti Bay bis zu unserem Zeltplatz in der Quarry Bay, einer ehemaligen Granitmine. Soweit hatten wir Glück, die Wanderung verlief trotz anderslautendem Wetterbericht trocken und wir konnten uns sogar unser Abendessen noch draußen kochen. Als wir jedoch im Zelt lagen brach das Unwetter los und wütete die ganze Nacht.
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Tag 3 – 16km – 630hm – 5:45h
Heute morgen nach einer unruhigen Nacht schüttete es noch immer in Strömen und unter unserem Zelt hatte sich ein kleiner See gebildet, dadurch hatten wir ein Wasserbett, das können sich nur wenige leisten! Das Frühstück haben wir dann im Zelt gekocht, dann alles zusammen gepackt und in mehr oder minder nassem Zustand in den Rucksack gestopft, irgendwie fühlte sich alles nur feucht an. Die ersten Schritte im Regen waren noch unangenehm und kalt, nach wenigen Metern waren wir jedoch wieder im Tritt und setzten den spannendsten Teil unserer Wanderung fort, denn die Wege waren teilweise überflutet und von umgefallen Bäumen blockiert, da hatten wir heute Nacht Glück, dass die Bäume um unser Zelt nicht umfallen wollten. Nachdem wir den zweiten Baum überquert haben kam uns jedoch schon ein Mann vom DOC entgegen um für die Räumung des Weges zu sorgen. Auch auf die Gefahr mich zu wiederholen, die Leute von DOC sind echt gut organisiert es war nämlich gerade mal 8:30 und es schüttete noch immer. Gegen 11:30 ging der Regen in leichtes Nieseln mit sporadischen Schauern über und wir begannen uns die mittlerweile auch innen nassen Schichten an Kleidung auszuziehen. Der Weg führte uns über Bark Bay zur Torrent Bay auf dem Weg waren alle Bäche zu riesigen Strömen angewachsen und führten teilweise über den Weg ins Tal. Im Torrent Village kam dann endlich die Sonne raus und wir konnten Dank der einsetzenden Ebbe auch eine Stunde einsparen und die Bucht direkt nach Anchorage überqueren. Dann war es auch nicht mehr weit bis zur Watering Cove, unserem heutigen Zeltplatz. Ein super schöner Strand mit 5 Zeltplätzen und wir waren die ersten, also konnten wir den besten wählen um auch eine Wäscheleine zu spannen auf der wir unsere ganze Ausrüstung trocknen konnten. Somit fand auch der Tag noch ein gutes Ende.
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Tag 4 – 12km – 250hm – 3:30h
So wie unser erster Tag war auch der letzte nur als halber Wandertag geplant, da wir zu Mittag den einzigen Bus erreichen wollten der uns wieder nach Nelson bringt. Laut Beschilderung sollte die letzte Etappe etwa 4 Stunden dauern also wollten wir auf der sicherten Seite sein und haben 5 eingeplant. Es war ein super schöner klarer Morgen mit leichtem Wind, also beste Bedingungen. Der Weg versprach auch ohne große Steigungen gemütlich zu enden. Den war auch so und wir erreichten nach weniger als 4 Stunden unser Ziel in Marahau und gönnten uns Kaffee und Kuchen bzw. Tee und Eis während wir auf den Bus warteten.

Somit haben wir unsere erste gemeinsame 4 Tageswanderung gut überstanden, es war alles drinnen was man sich wünschen kann, tolle Buchten, super Meer, schöne Hügel, faszinierende Pflanzen, ein wenig Abenteuer und wir haben auch alle Kleidungsstücke verwendet, somit haben wir optimal gepackt, alles in allem eine tolle Erfahrung.
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4 Gedanken zu „Abel Tasman Coast Track“

  1. Hi ihr beiden,

    auf dem Weg zwischen Bark Bay nach Torrent Bay müssten noch irgendwo ein paar Sachen von uns liegen, habt ihr die gesehen?
    ;)

    Wunderschöne Bilder, auch wenn ihr mit dem Wetter ja leider etwas Pech hattet.
    Lesen hier fleissig weiter – viele Grüße ans andere Ende der Erde,
    Meike und Jens

    1. Meinst du die leeren Craft Beer Flaschen ;)? Nein ich fürchte eure Sachen wurden spätestens durch das Unwetter in die Cook Straight gespült und baden gerade in den roaring forties. Beste Grüße an den Winter im hohen Norden, wir suchen ja mittlerweile die Südseite um Schatten zu finden.

  2. Sodda – jetzt wird’s aber wirklich höchste Zeit für wieder einmal einen Kommentar aus Wien! Und weil ich bisher so faul war, werd ich gleich diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen :-)

    Erstes muss ich gleich mal feststellen, dass es sich wahrlich gelohnt hat, Euch beide auf den Fotokurs zu schicken. Die Bilder sind wirklich toll gelungen – kein einziges derartiges Meisterwerk der Belichtungskunst ist je durch die Linse meiner Kamera geschlüpft. Auch die originellen Arrangements im Blog sind sehr fachfrauisch/-männisch ausgewählt. Langsam werd ich neidisch…

    Ein bissl nagt er auch an mir, der Neid, wegen der grandiosen Ländlichkeiten, an denen Ihr da so vorbeikommt. Hier im halbherzig-winterlichen Wien ist’s gatschig, ziemlich kalt, und insgesamt doch eher schiach – daran kann das Äutzerl Schnee, das noch herumliegt, auch nicht viel ändern. Aber selber schuld, wer nicht mitgekommen ist, odr? ;-)

    Liebe Alina, hiermit spreche ich meine vorbehaltlose Hochachtung aus, daß Du gleich mal eine viertägige Wanderung so hinlegst, trotz Unwetter und lebensbedrohlicher Raubvogelangriffe! Mir wären da schon ziemlich die Wadeln geschrumpft – erst recht wenn einer wie der Markus voraushirscht. Ich frag mich nur, wo der die Schmerzen des ersten Tages gespürt haben will. Kann es sein, daß er da ein bissl übertreibt?

    Ich vermisse übrigens schon langsam Dein Bier, Markus! Jetzt wo Du den Standard so hoch gesetzt hast, ist das hiesige Zeug kaum mehr runterzukriegen. Alles nix gegen Dein glorreiches IPA, das göttliche Kölsch, das überirdische Alt! Doch halt – da fällt mir ein, daß ja noch die zwei Flaschen CocoPorter in der Werkstatt stehen! Die müssten jetzt eigentlich langsam trinkreif sein… HändeReib! :-) Also halt ich jetzt besser mal den Rand und geh Bier kosten. Bleibt wachsam und achtet auf die Raubvögel!

    Erfrorene Grüße aus dem Heimatdorf,
    Ruppl

    1. Danke für den netten Kommentar, da fällt mir doch gleich wieder auf, das in unserer Reisebeschreibung ein wenig Witz und Esprit fehlen ;)

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