ΜΑΡΑΘΩΝΙΟΣ ΑΘHΝΑΣ

Athen Marathon, das Original

Im Jahr 490 vor der Zeitenwende gewannen die Griechen in Marathon eine Schlacht gegen die Perser. Die beiden Plutarch und Lukian schrieben über 500 Jahre danach, dass der Läufer Philippides die rund 40 Kilometer nach Athen gerannt sei, um zu berichten „Nenikekamen – wir haben gesiegt!“ Dann fiel er tot um.

Vermutlich hat das nie so stattgefunden, es ist aber eine schöne Geschichte und damit war die Legende geboren. Wenn wir schon bei Geschichte sind eine weitere lustige Randnotitz, die Marathonstreckenlänge von 42.195 m hat nicht sehr viel mit dem Abstand von Marathon nach Athen (ca. 40 km) zu tun sondern kommt von den Olympischen Spielen 1908 in London und ist genau die Strecke von Windsor Castle ins Ziel zum Olympiastadion von London. Denn damals beschloss der Prince of Wales die Strecke einfach zu ändern und den Start in die Gärten seines Windsor Castle zu verlegen. Seit diesem Jahr wurde die Länge auf genau 42.195 m festgelegt.

2509 Jahre nach der Legende sammeln sich daher tausende Läufer in Marathon um auf den Spuren dieser Geschichte nach Athen zu laufen, ein Starter in dieser Gruppe bin ich. Nachdem ich dieses Jahr sportlich eher wenig gemacht habe und dann mein Waterloo in Südtirol erleben durfte, hat mich Walter auf der Rückfahrt schon mit dem nächsten Virus dem Athen Marathon infiziert. Diesmal jedoch mit Vorbereitung (Training) und klaren Zielen:
– den Marathon bis zum Schluss durchlaufen
– im Idealfall auch noch unter 3:30 zu bleiben
und in letzter Sekunde hat sich noch ein weiteres sehr übermütiges Ziel entwickelt:
– die Qualifikation für den Chicago Marathon 2020

Aber nun von Anfang an, mein Plan hier anzutreten reifte Mitte des Jahres und somit hattte ich 20 Wochen Zeit einem Training mehr oder minder zu folgen. Im großen und ganzen gelang mir das auch, wenn auch nur in 10 Wochen im vorgeschlagenen Umfang, wobei auch die anderen Wochen nicht untätig waren. Somit hatte ich ausreichend Selbstvertrauen und kam wohl ausgeruht zu meinem Athenwochenende. Die Reise startete Samstag Morgen in Wien bei 7°C und Nieselregen und endete zu Mittag bei 22°C und Sonnenschein in Athen, das war schon mal eine deutliche Verbesserung.

Hier angekommen übernahm ich das Appartment und machte mich wenig später auf um Gerhard und Gina, die auch dieses Wochenende in Athen waren bei Ihrem 10k Lauf anzufeuern. Am Weg zum auserkorenen Anfeuerpunkt war es faszinierend über mehrspurige leere Straßen zu spazieren, auf denen sich noch kurz zuvor, als ich mit dem Bus vom Flughafen kam, eine riesigee Blechlawine ins Zentrum staute.

Der 10k Lauf wurde um 17 Uhr gestartet und fiel damit genau in die Dämmerung und der Zieleinlauf erfolgte dann schon im Dunkeln im toll beleuchteten Panathinaik Stadium. Das Lustige war, das Gerhard und Gina trotz unterschiedlicher Startblöcke bis auf wenige Sekunden die selbe Zeit erreichten. Die Beiden hatten damit Ihre sportliche Aufgabe für das Wochenende erledigt. Da hier tausende Läufer unterwegs waren und es sich im Zielberech auch gut staute verlor ich Gina bald aus den Augen und Gerhard habe ich gar nicht gesehen.

Als nächstes machte ich mich auf den Weg um Walter in der Plaka zu treffen, den er war so nett meine Startnummer mit zu nehemen, damit musste ich nicht nach Piräus fahren, das wären doch zwei Stunden umsonst gewesen. Da ich dann doch schon etwas müde war, machte ich mich anschließend wieder auf den Weg zu meinem Appartment und legte mich früh aufs Ohr, denn der Wecker war auf 04:30 gestellt.

Sonnntag 10.11

Der Tag begann um 04:30 mit einer netten Motivations SMS von Robert, der sich scheinbar mit meinem Wecker synchronisiert hatte. Dann kam Frühstück und herrichten für den Lauf. Um 6 Uhr ging ich dann zur Busstation, diese war super organisiert mit 2 Bussen, die zum Einsteigen bereit waren und die sobald sie voll waren sofort abfuhren. Dahinter warteten dann schon die nächsten Busse. Ich wartete hochstens 30 Sekunden zum Einsteigen und der Bus fuhr 2 Minuten später ab, Top Organisation. Unser Fahrer hatte wohl früher eine Kariere in der Formel 1, denn er überholte in den 45 Minuten bis zum Start in Marathon gefühlte 30 andere Busse. Somit war ich kurz nach 7, also 2 Stunden vor dem Start, in Marathon. Hier gab ich meinen Kleidersack ab, stellt mich nochmals in die Toilettenschlange und beobachtete das Treiben und die unterschiedlichen Rituale, der Atlethen. Ich bin ja vor so einem langen Lauf eigentlich meist in einem Hybernate Status, da man meiner Erfahrung nach auf den ersten Kilometern ohnehin genug Zeit zum aufwärmen hat. Die Platzsprecher haben es in den 2 Stunden geschafft keine 5 Sekunden still zu sein und haben in Griechisch und Englisch die Meute unterhalten. Es waren angeblich über 18000 Starter und damit ging es im Startbereich doch sehr geschäftig zu. Die Organisation muss ich aber wirklich als Vorbildlich herausstreichen. Lustig war sie haben eine Marathon Flamme entzündet und diese brannte im Startbereich, jeder der wollte konnte auf einer Rampe zu der Flamme steigen und sie mit einer Fackel für ein Foto „entzünden“, die Schlange war mir aber deutlich zu lange.

Daher Stelle ich mich in meinen ohnehin schon vollen Startblock #4.

Kurz vor dem Start begann es ein wenig zu tröpfeln aber nichts schlimmes, mein Startblock war eineinhalb Minuten nach der Elite gestartet. Kurz nach dem Start noch am ersten Kilometer ging ein heftiger kurzer Schauer nieder, der mich komplett durchnäßte. Da ich aber schon am Laufen war, war das nicht weiter schlimm. Allerdings hatte ich die Schuhe noch nie im Regen getragen und nach wenigen Kilometern bildete sich an meinem linken Ballen eine Blase, die dann den restlichen Lauf doch unangenehm war, ob das nun am Regen oder an etwas anderem lag kann ich ohnehin nicht sagen. Nach ca. 4 Kilometern wurde eine Extraschlaufe um das Grab der gefallenen Soldaten aus der Schlacht von vor 2500 Jahren gedreht um auf die richtige Kilometeranzahl zu kommen. Sonst war die Strecke eignetlich wenig attraktiv, es wurde an einer 2 x 2 spurigen Straße die sich relativ gerade von Marathon nach Athen erstreckt gelaufen. Wobei die Läufer nur eine Seite also 2 Spuren belegten. Die andere Seite war aber zum Glück auch für den Verkehr gesperrt.

Die Strecke hat jedoch mit einigen auf und abs auch ein paar Höhenmeter zu bieten. Die auch den gleichmäßigen Lauffluss ziemlich durchbrechen, die Steigungen sind nie besonders steil und in Summe hat meine Uhr am Ende von 335 Höhenmetern gesprochen, was objektiv betrachtet nicht viel ist und viele davon läuft man ja auch wieder bergab, trotzdem war es beim Laufen fordernder als erwartet.

Die Strecke führt die ersten 10 Kilometer ein wenig durch die Pampa anschließend jedoch meist durch mehr oder weniger dicht besiedeltes Gebiet, es waren jede Menge Zuschauer und besonder viele Kinder an der Strecke, bei ca. Kilometer 7 wurde mir von einem der Kinder ein Olivenzweig gereicht, den ich dann den Rest des Rennens mitnahm. Ist scheinbar typisch für den Lauf und steht als Zeichen für Frieden (oder so). Viele der Kinder hatten selbst Medailien umhängen, da vor dem Marathon in Athen noch ein 5k Rennen stattfindet nehme ich an, die kamen von dort.

Das Wetter war in einem Wort als Ideal zu bezeichnen, nach dem kurzen Schauer, schien im Flachen bis kurz nach Nea Makri zwar die Sonne und man merkte, dass diese auch im November noch intensiv werden kann, allerdings je steiler die Strecke wurde desto mehr Wolken zogen auf und ab und zu kamen auch ein paar Tropfen Niederschlag zur Abkühlung, aber nichts unangenehmes. Auch der Wind vor dem ich großen Respekt hatte hielt sich angenehm zurück, eigentlich spürte ich Ihn zum ersten Mal so richtig bei Kilometer 31 als es bergab ging und damit war er mir fast egal. Auf diesen letzten 11 Kilometern blieb es dann trocken und bewölkt, also alles in allem optimale Bedingungen.

Trotz des Kurses, der sich ja nicht wie bei Rundkursen oftmals Nähe der selben Gegend bewegt, habe ich selten so viele Zuschauer erlebt, wirklich tolle Stimmung und garantiert habe ich noch nie so viele Kinder, die sehr motiviert alle Läufer anfeuerten, an der Strecke gesehen. Die meisten wollten die Läufer auch abklatschen, was dann irgendwann mühsam wurde.

Für mich war das größte unerwartete Problem die Verpflegung, ich war mit eigenen Gels, die ich im Training auch schon erfolgreich getestet hatte unterwegs aber irgendwie war ich im Training nie so auf Anschlag gelaufen und hier im Rennen war ich permanent kurz davor mich zu übergeben, da ist eindeutig noch Luft nach oben. Vielleicht habe ich zu viel getrunken, das muss ich auf jeden Fall noch üben. Die Verpflegungsstellen waren super organisiert es gab alls 2,5 Kilometer Getränke, so eine Dichte kannte von keinem anderen Lauf. Auch waren zahllose Helfer an den Verpflegungsstellen, ich schätze an die 30 Helfer die alle nur Getränke und Essen an die Läufer gereicht haben. Sehr gut organisiert! Auch das Zielgelände im Stadion war gut organisiert, auch wenn für meinen Geschmack die Getränke zu weit weg von der Ziellinie waren (hatte wohl doch nicht zuviel getrunken). Auch die Kleidersäcke waren vorbildlich vor den Transportautos aufgereiht und in 1er Sekunde hatte der Helfer den richtigen Sack gefunden und mir in die Hand gedrückt, Dazu waren alle super freundlich. In der Früh bei der Abgabe der Kleidersäcke haben sie mir viel Glück gewünscht und beim Abholen haben sie mir zur Leistung gratuliert. Man stelle sich das in Wien vor. Erneut 100 Punkte für die Organisation!

Meine persönlichs Resüme zu meinen Zielen ist auch sehr positiv. Durch das klar formulierte Ziel habe ich mich zusammengerissen und bin auch auf den letzten Kilometern nicht gegangen, obwohl ich sehr kurz davor war. Die Zeit war auch unerwartet gut, ich schau ja im Normalfall beim Laufen kaum auf meine Laufuhr, die dient eher der nachträglichen Analyse. Daher war ich im Ziel richtig überrascht als es dann 3:19:03 waren, was auch die Qualifikation für Chicage bedeuten würde :). Somit alles aufgegangen und nicht zuletzt wegen dem diesmal halbwegs konsequenten Training.

Nach einer ausgiebigen Dusche und ein wenig Dehnen habe ich mich dann am Nachmittag aufgemacht Walter und Hubert auf dem letzten Kilometer noch ein wenig abzulenken.

Anschließend bin ich weiter um Gerhard und Gina in der Stadt zu suchen. Das funktionierte dank „Google Maps – Location Sharing“ nicht ganz so gut wie erwartet aber letztendlich doch erfolgreich. Wir sind dann noch ein wenig durch die Altstadt gestreunt bevor wir den Sonnenuntergang auf dem Lykavittos genossen haben.

Nach dem anschließenden Bierchen sind wir im Dunklen bei Vollmond wieder in die Stadt hinunter gestiegen haben dort noch im Kalamaki Kolonaki, einem kleinen Bio Lokal, gegessen und in der Alegria Cafe-Bar getrunken, bevor sich unsere Wege wieder trennten.

Nach einer wenig erholsamen Nacht genoss ich zum Frühstück eine Auswahl an griechischen Spezialitäten.

Danach machte mich dann daran die Stadt noch ein wenig zu erkunden bevor ich gegen Mittag zum Flieger musste. Zunächst ein weiterer Versuch am Lykavittos, dann der Markt, rund um die Akropolis und wirr durch die Plaka. Alles in allem ein schöner Vormittag der damit endete, das kein Bus zum Flughafen fuhr, da die meisten Straßen für den chinesischen Präsidenten gesperrt waren. Ich kam aber trotzdem problemlos zum Flieger und zurück nach Wien.

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