Der letzte Tag

Heute wachten wir etwas müde auf, da uns gestern ein Konzert bis spät in die Nacht am Schlafen gehindert hat. Sonst war die Unterkunft eigentlich ganz gut, nur von Freitag auf Samstag vielleicht besser woanders.

Trotzdem wollten wir nicht zu lange schlafen um den Zeitunterschied nicht zu groß werden zu lassen. Heute soll es ja wieder zurück nach Hause gehen, davor wollten wir noch einen Tag in San Jose genießen. Das begann für mich mit einem Morgenlauf in dem mir bekannten Park von unserer Ankunft, nur sind wir diesmal näher dran, daher etwas kürzer.

Vor dem Frühstücksraum befand sich auch das Fitness Center im Gang standen nämlich 2 alte Spinning Räder. Wir ließen sie links liegen und genossen noch unser letztes Frühstück „Tipico“ welches wie immer aus Ei, Reis, Bohnen und Käse bestand. Dabei schmiedeten wir Pläne wie wir den Tag wohl am besten nutzen wollten, das Ergebnis war der Start mit einem Marktbesuch des „Feria Verde“, ein Bio- Bauernmarkt. Wir packten alles zusammen, checkten aus und machten uns zu Fuß auf den Weg dorthin. Unterwegs gingen überraschend viele Menschen auf mich zu mit „Frohes Neues“, oder gar „Wenn du was brauchst, dann melde dich …. “ Alina hat das auf mein T-Shirt geschoben auf dem „Pura Vida“ geschrieben stand, wohingegen ich sehe, das liegt an meinem generell freundlichen Auftreten ;).

In jedem Fall schafften wir den Weg bis zum Markt problemlos und wurden dort sogar fündig. Ein wenig Schokolade, die sie sich hier mit Gold aufwiegen lassen und zwei Kakaoschoten sowie einen schönen Ring für Alina.

Nachdem der Markt aber nicht riesig war, sind wir nach einer Stunde durch gewesen und haben uns auf den Weg ins „National Museum of Costa Rica“ gemacht. Dort angekommen haben wir noch im Park davor die beiden Kakaoschoten geöffnet und das Fruchtfleisch von den Kernen gelutscht, sehr köstlich aber auch sehr glitschig und pickig.

Das Museum selbst konnten wir uns mit den letzten Barreserven gerade noch leisten, also nichts wie rein. Der erste Teil führte durch einen Schmetterlingsgarten, dieser war zwar verglichen mit anderen recht enttäuschend aber der Schmetterling vom Dienst ließ sich wunderbar von Alina fotografieren und das mit 2cm Abstand.

Weiter ging es durch den Zellentrakt, den gibt es ja nicht in jedem Museum, da dieses jedoch vor 1949, als die Armee aufgegeben wurde, als Kaserne genutzt wurde findet sich hier auch dieses. Interessant waren die historischen Fotos und Graffiti in dem Bereich. Außerdem gab es auch die Latrinen welche eine verwunderlich schöne Decke hatten, als die Kaserne zum Museum umgebaut wurde, wurden nämlich Decke und Boden verschönert und über den Klos die Podeste für die Exponate gebaut.

Die nächste Ausstellung führte uns in die Geschichte Costa Ricas, hier wurden wir von der ersten nachgewiesenen Besiedlung durch die Präcolumbianische Zeit geführt um anschließend einen Blick auf die Kolonialisierung durch die Spanier zu werfen und die Zeit der Kolonie.

Das Ganze wurde durch die Unabhängigkeit Costa Ricas und der Regierungsfindung bis zum Bürgerkrieg und der daraus folgenden Abschaffung des Militärs schön dokumentiert. Die letzte Sektion wurde dem modernen Costa Rica gewidmet mit den aktuellen Initiativen und Herausforderungen. Es gab einige Beispiele für jedes Exponat, dazu eine bilinguale Erklärung, wenn notwendig auch mit erklärenden Bilder. Die Menge an Information in ersten Saal alleine übertraf die Gesamtinformation des gestern besuchten Jademuseum. Dazu war alles zweisprachig und gut beleuchtet, so verstanden wir erst hier vieles und waren sehr froh, auch noch dieses Museum besucht zu haben.

Nachdem wir dieses sehr gute und informative Museum besucht haben waren wir so müde, dass wir nur noch zurück ins Hotel wollten um dort die letzte Stunde vor der Abfahrt zu chillen.

Hier holte uns um 18 Uhr das bestellte Taxi ab und brachte uns diesmal ohne Stau zum Flughafen, wo wir zum letzten Mal unsere Koffer „flugsicher“ packten, so hofften wir zumindest, und uns auf zum Gate machten. Am Weg hin fielen wir noch ins SmashBurger, wo wir einen Burger mit Pommes und ein letztes neues costaricanisches Bier genossen.

Ein paar Meter weiter lockten uns bunte Farben in den Souvenirgeschäft „Colibri“, wo uns einerseits die vielen besonderen Artikel und anderseits die Verkäuferin (Fiorella) bis kurz vor dem Boarding unterhielten. Fiorella war sehr freundlich und gesprächig, und erzählte uns von der Herkunft vieler Artikel, von deren Grundmaterialien und derer Erschaffung. Zum Beispiel die Kreationen einer lokalen Künstlerin die mit ihrer Arbeit 9 Familien in Limon, einer der ärmsten Regionen Costa Ricas, unterstützt indem sie dort die Basismaterialien für ihrem Schmuck aus Natur- und Recyclingmaterialien bestellen lässt. So lernten wir heute Abend auch noch ein bisschen was über Costa Rica, vom härtesten Holz bis zu Morfo Schmetterlingen.

Schmetterlinge und Statuen aus dem härtesten Holz aus Costa Rica
Schmuck aus Schmetterlingsflügel, Bananenscheiben, Mangosamen und Orangenschalen dazu bemalte Blätter und Federn

Dann kamen wir genau pünktlich zum Gate, wo das Boarding des vorher um 30 Minuten nach vorne verschobene Fluges sich um 30 Minuten verspätete … Naja, wie gewonnen so zerronnen, wir haben es heute nicht mehr eilig.

Der erste Flug von San Jose führte uns in knapp 10,5 Stunden nach Frankfurt, wo wir mit 45 Minuten Verspätung landeten. Der Flug selbst verlief ausgezeichnet, trotz 3 Kindern um uns herum konnten wir einen guten Teil der Strecke schlafend verbringen.

Der zweite Flug nach Wien war ebenso angenehm, dem Flugbegleiter dürfte ein bisschen fad gewesen sein und so hat er sich und den Passagieren mit kleinen Witzeleien den Flug verkürzen versucht, Stichwort „Langstreckenflug Frankfurt – Wien“.

Endlich in Wien angekommen war unser Gepäck überraschenderweise nicht nur vollzählig da sondern auch noch unten den ersten am Gepäckband, damit gingen wir Richtung S7, die 2 Minuten später mit uns an Bord losfuhr, somit eine sehr glatte Ankunft

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