Budapest Halbmarathon

Hier folgt ein etwas längerer Beitrag zum Budapest Halbmarathon, da hier ein wenig über die Stadt und den Lauf berichtet wird.

Die Anreise aus Wien erfolgte entspannt mit dem Zug, leider jedoch entgegen der ursprünglichen Planung alleine, da Alina sich mit einer aus Hong Kong eingeschleppten Verkühlung im Bett vergnügte. Der von Wien aus erste Bahnhof in Budapest war glücklicherweise nur wenige Kliometer von der Startnummernausgabe und so stieg ich gegen 10:00 Uhr in Kelenföld aus und spazierte durch ein schönes Wohnviertel zum ELTE Informatik Campus der technischen Universität, der dieses Wochenende als Race Center diente. Am Weg dorthin spazierte ich durch den Kopaszi Gat Park in dem ein Künstler eine beeindruckende Sandskulptur gestalltete.

Die Startnummernabholung war ein Einbahnsystem das super effizient organisiert war und nach 5 Minuten war ich auch schon wieder draußen, es gab nämlich nicht wie üblich eine Messe mit Sportartikeln und Werbung für andere Läufe. Dafür gab es eine Sache die ich noch nie gesehen habe, einen Chip Test Stand in dem der Chip geprüft werden konnte. Das enthaltene T-Shirt war von durchaus guter Qualität, sonst fand sich wenig im „Goodie Bag“. Was in dem Fall sogar gut war, weil ich wollte ja noch die Stadt erkunden.

Weiter ging es entlang der Donau den Zieleinlauf inspizierend zur technischen Universität, deren Eingang interessanterweise von 4 riesigen Frauenstatuen bewacht wird, welche die 4 ersten Fakultäten (Faculty of Civil Engineering (1782), Faculty of Mechanical Engineering (1871), Faculty of Architecture (1873), Faculty of Chemical Technology and Biotechnology (1873)) symbolisieren.

Von hier weiter ging es zu einem der berühmtesten Hotels, dem Gelert, welches auch ein öffentliches Thermalbad beheimatet. Direkt daneben ist ein Hügel auf welchem ein Freiheitsdenkmal zu finden ist und darunter befindet sich die Felsenkirche und die Freiheitsbrücke. Über diese bin ich dann mal von Buda nach Pest gewandert , denn dort steht eine riesige schöne Markthalle von 1896.

Durch die Fußgängerzone (Váci utca) ging es dann nach Norden bis zur St.-Stephans-Basilika in deren Schatten ich ein köstliches Mittagessen einnahm.

Frisch gestärkt ging es wieder nach Westen über die berühmte Kettenbrücke über zahlreiche Stufen hinauf zur Fischerbastei von der man eine super Aussicht auf den Stadtteil Pest und vor allem das Parlament hat.

Die Matthias Kirche war durch eine Hochzeit gesperrt und so konnte man diese nur von außen bewundern daher spazierte ich durch das Burgenviertel zum Budaturm der als letzter Rest der stolzen Maria Magdalene Kirche noch aufrecht steht.

Bergab war es dann bedeutend einfacher durch Buda zu schlendern und nach einem gemütlichen Kaffee ging es wieder zurück auf die Ostseite über das Parlament in Richtung Hotel. Dieses steht nahe dem schönen Nyugati Bahnhof welcher 1877 durch die Gustav Eiffel Firma gebaut wurde.

Am späten Nachmittag traf ich mich dann mit ein paar Freunden, die auch den Halbmarathon laufen wollten. Gemeinsam spazierten wir vom Parlament durch die Stadt auf der Suche nach einem Craft Bierchen und dem verdienten Abendessen. Bei diesem Spaziergang vorbei an zahlreichen Bronzestatuen, die in ganz Budapest herumstehen, kamen wir zur Synagoge, welche wirklich sehenswert ist. Auch der Stahlbaum im Hinterhof der Synagoge ist sehr hübsch.

Dahinter im „Getto“ scheint ein Großteil der aktuellen Craft Bier Szene zu sein, daher brauchten wir nicht lange um eine Baulücke zu finden welche als Street Food Bazar mit verschiedensten Ständen genutzt wird, hier machten wir gleich mal die erste Craft Bier Erfahrung. Zum Glück waren wir zu fünft und damit hatten wir viel zu kosten ;).

Abendessen fanden wir anschließend nach einigen unglücklichen Versuchen wegen reservierten Tischen bei Kazimir, bei dem alle mit dem Essen sehr zufrieden waren.

Somit gut gestärkt für den morgigen Lauf gönnten wir uns noch ein Craft Bierchen am Heimweg und machten uns zu den jeweiligen Hotels auf.

Der nächste Tag begann mit einem recht frühen Wecker um 05:30 da auch der Start ungewöhnlich früh, um 08:00 Uhr, war. Das sollte sich im Nachhinein noch als sehr gute Wahl herausstellen. Zum Glück fuhr die Straßenbahn vom Hotel fast direkt zum Start, damit war die Anreise unkompliziert wenn auch nicht besonders angenehem da vermutlich alle anderen 15.000 Starter auch in der einen Strassenbahn waren. Leicht gequetscht aber ohne große Schäden ging es dann zum Start wo ich auf Fredi und Roland wartete, leider hat das Treffen nicht funktioniert und so machte ich mich 5 Minuten vor dem Start auf in meinen Startblock. Hier gab es Blockabfertigung, die einzelnen Läufer wurden in Wellen entsprechend Ihrer Bestzeit auf die Reise geschickt. Ca. 4 Minuten nachdem die Rollstuhlfahrer und Eliteläufer weg waren ging es dann auch für mich los, der Kurs ist sehr angenehm gewählt, er führt entlang der Donau, nach einer kleinen Schleife am Start für ca. 9 km nach Norden, von dort geht es auf die Margareteninsel und nach 2 km dann wieder in einer kleinen Schleife auf der anderen Seite der Donau zurück Richtung Markthalle und über die Freiheitsbrücke an den Start ins Ziel.

Anfangs war ich ein wenig planlos aufgrund des verpassten Treffens musste ich nun meinen eigenen Weg finden und schlug mit 4:40 ein moderat schnelles Tempo an, welches mir am Anfang leicht aus den Beinen lief. Als es bei km 9 die ersten Meter in die Höhe ging merkte ich doch das fehlende Training und begann weniger entspannt weiter zu laufen. Nach der angenehm schattigen Margareteninsel ging es dann auf der Ostseite der Stadt in Richtung Süden und hier machte mir die Sonne schon ordentlich zu schaffen, letztlich war es ein größerer Kampf als erwartet und erhofft. Den letzten Kilometer bin ich dann nochmals deutlich schneller geworden um endlich in den Schatten zu kommen. Schlussendlich war das Ergebnis deutlich besser als erwartet, besonders nach dem Reykjavik Desaster.

Verpflegung gab es ca. alle 4 km und am Ende sogar noch dichter, ich habe eigentlich nur 2 mal einen halben Becher Wasser getrunken und den Rest illegaler Weise über den Kopf gegossen. Es war nämlich laut Regeln verboten das Wasser auszugiesen, dafür gab es einen eigenen Schwamm im Starter Paket. Es hätte auch Sachen zu essen gegeben, diese habe ich ausnahmsweise ausgelassen. Am Ende gab es noch ein „Goodie Bag“ mit 2 Riegeln, 1,5 Liter Wasser, einem Apfel, einem echt schlechten alkoholfreien Radler und ein wenig Werbung, in Summe sehr dürftig, da hätte ich mir mehr zu essen gewünscht.

Leider gab es 5 Ausgänge und trotz meinem Warten und intensivem Suchen habe ich Roland und Fredi nicht mehr getroffen. So fuhr ich also wieder in der deutlich leereren Straßenbahn zurück ins Hotel, dort erfuhr ich dann, dass es auch Roland und Fredi gut gegangen ist und ich in der (Altersklassen)Wertung unter uns drei den letzten Platz belegt habe.

rank  name             cat. rank half distance net time
537.  Graf, Markus     M40/99    00:48:42      01:36:50
1715. Pospisil, Alfred M60/21    00:54:16      01:50:36
3089. Doppler, Roland  M60/46    00:59:16      02:01:47

Winner is Fredi mit Platz 21 vor Roland 46 und mir 99, da sieht man auch Training zahlt sich aus. Wobei dem Trainingplan von Fredi, der Bier am Vorabend vorschreibt, könnte ich vielleicht sogar folgen.

Danach ging es noch auf ein Treffen mit Balazs, einem ehemaligen Mitarbeiter, zu Kaffee und Kuchen und einem kurzen Spaziergang durch Budapest.

Trotzdem sagte meine Uhr letztendlich, dass ich bei der Stadtbesichtigung am Vortag 4000 Schritte mehr gemacht habe als an dem Tag mit dem Halbmarathon …

Zurück ging es dann nach Wien wieder entspannt mit dem Zug. Ich möchte abschließend bemerken, dass ich von Budapest sehr angetan bin und die Veränderung in den letzten 15 Jahren seit meinem letzten Besuch enorm ist. Durch die leichte Erreichbarkeit wird es nicht mein letzter Besuch gewesen sein.

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