Ninh Binh und wieder Natur

Nach einer sehr gemütlichen Zugfahrt vorbei an grünen Reisfelder, alleinstehende Felsen und gelegentlich Häuser kamen wir entspannt (und ich wieder gesund) in Ninh Binh an. Für uns ist diese Stadt hauptsächlich ein Zugangspunkt zum Cuc Phuong Nationalpark, in dem wir zum letzten Mal auf unserer Reise Regenwald sehen können. Obwohl wir bisher kein Regen erlebt haben, sind wir diesmal in der Regenzeit in Südostasien, also könnte der Regenwald interessanter sein als bei unseren bisherigen Besuchen.
Die Hauptziele für den Nationalpark sind ein Primatenrettungszentrum wo man Affen sehen kann und Schmetterlinge, die zu dieser Zeit zu Tausenden herumflattern sollen.

Nach dem Einchecken im Hotel haben wir die Mittagshitze im Zimmer überstanden und sind am späten Nachmittag auf ein Spaziergang durch Ninh Binh gegangen. Die Stadt ist noch sehr ländlich, wird von einigen gerissen Zementwerken dominiert und hat keine eigenen Sehenswürdigkeiten, aber der Spaziergang war nett, vor allem da es damit endete, dass wir in einer lokalen Brauerei was vegetarisches zum Abendessen fanden.

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Am zweiten Tag hieß es mal wieder früh aufstehen, da wir möglichst früh den Bus nach Nho Quan, das nächste Dorf zum Nationalpark, nehmen wollten. Nach einenhalb ruckligen Stunden im Bus, in denen wir hauptsächlich an grünen Reisfeldern vorbeigefahren sind, kamen wir auch schon an und nahmen ein xe om, ein Motorradtaxi, für die letzten 8 km zum Nationalpark. Von dort war es noch ein 2 km Spaziergang zum eigentlichen Eingang, während wir schon die ersten Schmetterlinge sehen konnten. Gleich nach dem Eingang zum Nationalpark gab es deutlich mehr Schmetterlinge, sodass ich keine 2 Meter gehen konnte ohne dabei mehrmals stehen zu bleiben. Besonders faszinierend war nicht nur die Anzahl, sondern auch die Vielfalt an Größen und Farben, wirklich sehr schön.

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Zuerst nahmen wir einen kleinen Pfad zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel, von dort konnten wir über den Baumkronen zu den Karsthügel um uns herum blicken und uns von Schmetterlingen umfliegen lassen. Oben auf dem Aussichtsturm war es richtig friedlich, es ging eine leichte Brise und es war nichts außer das Zirpen der Insekten zu hören, eine Seltenheit in Vietnam, wo sich alle beim Fahren mit der Hupe verständigen.

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Sowohl am Weg rauf wie auch wieder runter gab es viel zu sehen, immer wieder entdeckten wir Raupen, Schnecken, Spinnen und natürlich Schmetterlinge und Schmetterlingspuppen.

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Wieder auf der Hauptstraße angelangt spazierten wir noch vor bis zum Mac See, um den wir auch noch eine Runde drehten.

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Am Rückweg kamen wir noch an einer großen Ansammlung von Schmetterlingen vorbei, die immer wieder um den gleichen Platz flogen nur um sich dann wieder zusammen am Boden niederzulassen. Die ließen sich weder von uns, noch von den anderen Touristen und den vorbeifahrenden Autos, Motorräder und Busse stören. Leider haben wir oft am Weg genau deswegen auch viele überfahrene Schmetterlinge gesehen, echt schade.

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Unser letzter Programmpunkt war das Primatenrettungszentrum, diesen darf man nur mit einem Führer besuchen, unserer erzählte zu jedem Tier ein bisschen was und antwortete auf unsere Fragen, wobei er nicht sonderlich gesprächig war. Eigentlich gibt es zwei Bereiche, den für Affen und den für Schildkröten, beide sind in Vietnam durch Wildfang bedroht. Das Rettungszentrum gibt es seit 1996 für Affen und seit 1998 für Schildkröten, und widmet sich primär dem Schutz beschlagnahmter Tiere, diese sollen später, wenn es sicherer ist, wieder ausgewildert werden. Von manchen Arten gibt es hier nur Weibchen, also gibt es auch kein Brutprogramm, da auch kein Austausch mit Zoos stattfindet und Neuzugang von Wilderer und der Polizei abhängt.

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Am Weg raus haben wir uns noch eine kleine Pause bei einem kühlen Getränk und Pommes gegönnt, und sind dann, aus Mangel an Taxis, Richtung Nho Quan spaziert.

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Ein paar Kilometer weiter wurden wir von einem Motorradtaxi mitgenommen der uns zum Busbahnhof fuhr, mit einer kurzen Pause um drei Helme zu suchen nachdem wir an einem Polizeimotorrad vorbeigekommen waren ;). Im Bus hatten wir dann die Chance, vietnamesische Popmusik zu hören, so war das konstante Hupen auch weniger lästig.
In Ninh Binh angekommen ging Markus noch die Zugtickets für die morgige Weiterfahrt nach Hanoi besorgen, und danach ließen wir den Abend mit einem gemütlichen Abendessen gleich neben dem Hotel ausklingen.

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