Hoi An

Hoi An ist wieder ein kultureller Stopp, bei dem wir einerseits 200 Jahre alte Gebäude bewundern und andererseits etwas über den vietnamesischen Handel im 18. und 19. Jahrhundert lernen können.

Nach einer unruhigen Nacht im Sleeper-Bus, in der wir von Hupen, wildem Schnarchen und zu kurzen Betten geplagt wurden, kamen wir kurz vor 6 Uhr morgens in Da Nang an. Von dort trennten uns nur 20km von Hoi An, diese legten wir in einer Stunde mit einem lokalen Bus, der alle paar Minuten stehen blieb um Leute ein- und aussteigen zu lassen und uns dadurch Einblicke in das Morgenleben gab, zurück. Besonders interessant waren die Waren der mitfahrenden Straßenverkäufer, von DVDs und Bücher über Fliegenklatschen bis Kinderspielzeug war alles im Bauchladen mit dabei.

Um 7 Uhr kamen wir dann in Hoi An an und fanden am Weg zum Hotel gleich ein nettes Frühstückslokal wo wir gemütlich im Schatten essen konnten.

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Danach gaben wir unser Gepäck im Hotel ab und machten uns auf in die Altstadt. Als erstes bewunderten wir die überdachte japanische Brücke, das Wahrzeichen Hoi Ans, die der Startpunkt mehrerer Straßen mit sehenswürdigen alten Gebäuden ist.

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Von dort spazierten wir am Pier entlang, vorbei an alten Gebäuden mit europäischem Einfluss auf der einer Seite und schönen Booten, von denen einige als Restaurants und Bars geführt wurden, auf der anderen Seite. Auf recht menschenleeren Straßen ging es über den Markt, wo sich Obst- und Gemüseverkäufer mit Souvenirshops abwechselten, zur Altstadt, dem touristisch wichtigsten Viertel von Hoi An. Entlang dieser Straßen reihen sich Cafes, 200 Jahre alte Häuser, Maßschneidereien und Souvenirgeschäfte, jedes Gebäude schön mit Seidenlaternen dekoriert und teilweise von großen blühenden Bäumen beschattet.

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Eine wohlverdiente Pause von der gleißenden Sonne gönnten wir uns in einem schönen Teehaus, das wir wegen der gemütlichen Atmosphäre wählten. Es stellte sich heraus, dass das „Reaching out“ Teehaus ein Sozialprojekt für Gehörlose war, wobei Gehörlose als Personal angestellt und von Gehörlosen handgemachte Waren verkauft werden. Dementsprechend gestaltet sich die Kommunikation anders (und deutlich klarer und einfacher) als in herkömmlichen Kaffees, zum Bestellen gibt es eine Karte zum Ankreuzen, für alles weitere gibt es Holzrechtecke mit verschiedene Nachrichten wie „danke“, „Rechnung“ und „Eis“. Wir bekamen Limonade und eine Keksauswahl, die Limonade konnte man selbst mit Zucker, Ingwer und Zimt versüßen, was uns freute da hier sonst die Getränke meist viel zu süß für unseren Geschmack sind. Die Kekse schmeckten ebenfalls sehr gut und waren teilweise richtig spannend, wie die Kokosraspel mit Kaffeepulver, echt lecker! Aus dem Fenster konnte man den vorbeiziehenden Menschen zuschauen, trotzdem es schon nach 10 Uhr war, als wir mit Bedauern unseren gemütlichen Fensterplatz aufgaben, waren kaum Touristen unterwegs, sodass wir hauptsächlich Einheimische beobachten konnten.

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Die Gebäuden, die man in Hoi An besuchen kann unterteilen sich in zwei Kategorien: Versammlungshallen und private Häuser.
Diese Versammlungshallen dienten als Treffpunkt und Austauschort für die Chinesen während ihres 4 monatigen Handelsaufenthalts in Hoi An und jede chinesische Provinz die Handel in Hoi An betrieb hatte ein eigenes Gebäude. Drinnen gibt es ein Altar, einen schönen Garten und große Tische mit Sessel im Schatten.
Die privaten Häuser werden noch bewohnt, sind aber teilweise für die Touristen offen und bieten die Gelegenheit schöne alte Möbel und Geschirr, sowie die Mischung der unterschiedlichen Architekturstile (japanisch, chinesisch und vietnamesisch) zu bewundern. Uns haben die Versammlungshallen am besten gefallen.
Unser erster Stopp nach der Pause war die Quang Trieu Assembly Hall, die Versammlungshalle für die kantonesischen Chinesen in Hoi An, wo die Hauptattraktion zwei Mosaikdrachenstatuen sind.

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Als nächstes besuchten wir das Tan Ky Haus, das mehrere besondere Architekturdetails besitzt, wie zum Beispiel Säulen dekoriert mit Gedichten in denen jedes Zeichen aus mehrere Perlmuttvögel besteht und Markierungen auf einer Wand die die Überschwemmungsstände der letzten 100 Jahren anzeigen. Teilweise wurde dabei das ganze Untergeschoss überschwemmt, dafür gibt es ein Flaschenzugsystem das heutzutage für den Transport der Möbel in den ersten Stock bei Überschwemmungen verwendet wird, früher wurde es auch für die Lagerung von Waren gebraucht. Beim Reinkommen bekamen wir sogar eine kurze Führung durchs Haus, wobei uns die Besonderheiten und auch typische Eigenschaften hervorgehoben wurden, wie zum Beispiel die japanischen dreifachen Dachstützen.

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Am Weg zur nächsten Versammlungshalle kamen wir vorbei an dem zum „Reaching out“ Teehaus dazugehörigen Geschäft, das fair trade Waren anbietet die nicht viel teurer sind als in den anderen Geschäften, und zeigt, wie wenig sich für den Endkunden bei angemessener Bezahlung der Arbeiter ändert.

Die Phuc Kien Assembly Hall, eine weitere Versammlungshalle die inzwischen zum Tempel für Thien Hau, eine Gottheit der Fujian Provinz, umfunktioniert wurde, war unser nächstes Ziel. Hier war besonders der schöne Hof vor dem Tempel beeindruckend, der viel Schatten, große Töpfe mit Bonsai und Blumen bot. Innen gab es weitere Innenhöfe mit schöne Drachenbrunnen, Bilder die Geschichten über die Thien Hau darstellten und ein großer Hauptaltarraum mit riesigen Räucherspiralen die von der Decke hingen.

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Nach einem erfolglosem Versuch eine weitere (leider geschlossene) Versammlungshalle zu besuchen sind wir Richtung Hotel gestartet und haben am Weg eine Pause in CocoBox, einer juice Bar die auch Vegetarisches zum Essen hatte, gemacht. Nicht nur die Atmosphäre lud zum Entspannen ein, auch das Menü bot jede Menge spannende Getränke und immerhin zwei vegetarische Sandwiches, das Tofu Sandwich das ich probiert habe war auf jeden Fall sehr lecker.

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So gestärkt und vor allem wieder etwas abgekühlt, kehrten wir zum Hotel zurück zum Einchecken und eine Runde im Pool schwimmen, das kalte Wasser half die Körpertemperatur wieder unter 40°C zu bringen.

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Zum Abendessen spazierten wir zum Minh Hien, ein vegetarisches Lokal mit einer großen Auswahl an (natürlich vegetarischem) Essen und einer noch größeren Auswahl an Mangas, alle auf vietnamesich, somit hielten sie unsere Aufmerksamkeit nicht lange. Zum Essen entschieden wir uns für eine Auswahl an verschiedenen Spezialitäten für zwei, alles wirklich sehr köstlich, inklusive der Frühlingsrollen die man selbst zusammenstellen konnte. Leider spürte ich zu dem Zeitpunkt schon die harte Nacht im Bus, und konnte zu meinem Bedauern nicht sehr viel davon essen.

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Nach dem Essen besuchten wir noch kurz den Nachtmarkt und ließen uns von den beleuchteten Lanternen verzaubern. Sie haben uns am Ende so gut gefallen, dass wir sogar welche für Zuhause gekauft haben, die sollten unseren Garten auf jeden Fall verschönern.

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Unser zweiter Tag in Hoi An began mit dem Wecker um 5 Uhr früh, da Markus laufen gehen wollte, ich durfte zum Glück weiterschlafen und ersparte mir dadurch einerseits laufen bei 30°C und 80% Luftfeuchtigkeit, andererseits aber auch die Morgenstimmung und ziemlich schöne Bilder.

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Mein Tag begann somit mit einem ausgiebigen Frühstück, die Auswahl war unerwartet groß und wir konnten es uns richtig gut gehen lassen.

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Danach gingen wir zur Post, um nochmal fast die Hälfte unserer Kleidung und die gekauften Lampions heim zu schicken, das macht die Rucksäcke wieder ein Stück leichter. Das Postgebäude selbst war auch sehenswert, mit schönen Holzschnitzereien an der Decke und der Holztäfelung.

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Nach der Post mussten wir uns zum nächsten Programmpunkt beeilen, da das Haus, das wir besuchen wollten zweimal am Tag zu bestimmten Zeiten eine musikalische Darbietung hat mit typisch vietnamesischer Musik und Tanz. So wie auch im Mekong Delta war es auch diesmal so, dass jedes Musikstück eine Geschichte erzählte, und die Tänzer in Kostümen auftraten und die Handlung spielten. Manche Stücke waren gelungen, von manchen wurden wir eher peinlich berührt, alles in allem war es aber doch schön, auch das gesehen zu haben. Am Ende gab es noch ein musikalisches „Bingo“ Spiel, wo Karten gezogen und gesanglich aufgerufen wurden, einer der Zuschauer hatte Glück mit der Karte, die beim Empfang jedem mitgegeben wurde, und bekam einen Lampion als Preis.

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Nach der Vorstellung schauten wir im Shop vorbei und ich kaufte noch zwei kleine Lampions, Kommentar Markus: „schön, dass wir vor einer halben Stunde Lampions heimgeschickt haben, grmpf!“.

Als nächstes versuchten wir zum zweiten Mal die Assembly Hall vom Vortrag zu besuchen, leider war sie noch immer geschlossen also gaben wir auf und gingen ins Hotel um auszuchecken. Da unser Bus allerdings erst zwei Stunden später fahren sollte, gingen wir nochmal raus um das Nha Co Quan Trang Haus zu besuchen, das wieder viele bekannte Elemente aufwies: japanische dreifache Dachstützen, einen Innenhof mit chinesischem grünen Balkon, Holzsäulen mit Steinsockel und Markierungen der letzten Überschwemmungen.

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Wir verbrachten unsere letzte Stunde in Hoi An in der CocoBox Bar bevor wir zum Hotel zurückkehrten wo der unerwartet pünktliche Bus auf uns wartete.

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